Mit dem Konflikt ...
Einheitliche Sinnstrukturen lösen sich heute zunehmend
auf.
Menschen leben in einer Vielzahl von Lebensmustern,
selbst gewählten oder traditionell übernommenen Wertvorstellungen.
Die Vielzahl vorgelebter Lebensmodelle macht heute eine
Orientierung nötig, während noch Generationen vor uns einfach
in ein vorgegebenes Leben gingen, ohne die Vielheit von Wahlmöglichkeiten,
die wir heute kennen.
Nichts scheint mehr verlässlich und endgültigen Bestand
zu haben.
Desorientierung und Verunsicherung sind die Folge.
... ein moderner Mensch zu sein
Leicht fallen wir aus unserem alten sozialen Gefüge
wie Partnerschaft, Familie heraus, erleben Verluste und müssen "auf
offener See ein Floß bauen", um zu überleben.
Alte Glaubensmuster religiöser Institutionen werden
zunehmend brüchig und greifen nicht genügend in der Korrespondenz
mit unseren eigentlichen emotionalen Bedürfnissen.
Manchmal suchen wir auch nur neue Entwicklungsanstöße, um
unser Leben in Lust und Freude intensivieren zu wollen.
... in die ästhetische Erfahrung
Wir bieten einen neuen, doch erprobten Weg an, der durch
die Ausdrucksformen menschlicher Gefühle und deren ästhetischer
Reflexion führt.
Hilfe sind uns die Künste: die Literatur, die Poesie
und insbesondere die moderne Malerei. Durch sie gewinnen wir genussvolle
Erfahrungen. Sie ermöglichen mir, meinen eigenen ästhetischen
Ausdruck zu finden, der sich heilsam und stärkend auf mein Leben
auswirkt.
Dabei ist nicht das Maß meiner Begabung entscheidend. Ziel ist
die Erfahrung einer größeren Selbstbehauptung, Lebensanpassung
und Bereicherung.
Lebenstanz
Tanzen will ich.
Oh, ich will tanzen, wie ich bisher nie getanzt,
dass Gott nicht fühle sich
in mir als Knecht
und wie im Kerker - und in Ketten.
Oh Erde, gib mir Schwingen:
als Pfeil will ich durchbohren
den weiten Weltenraum,
dass ich vor mir nur Himmel sehe,
darüber Himmel
und Himmel unten -
und flammend schwingt mich Flut des Lichts
im Tanz
umwirbelnd und in Höhen, die ich nie erlebt,
dass Gott die Freiheit trinke neu, aus meinem Blute
und nimmer grolle:
„Ein Knecht bin ich im Kerker!“
Lucian Blaga (aus dem Rumänischen übertragen)
Kunsttherapie für Erwachsene |